Author(s) |
Scott, Alan
|
Publication Date |
2021-06-10
|
Abstract |
Dieses Kapitel kehrt zur Debatte zwischen Hans Kelsen und Otto Bauer im Jahr 1924 zurück. Darin ging es um Bauers Behauptung in Die österreichische Revolution (1923), dass nach der historischen Analyse von Marx und Engels eine relative Autonomie des Staats und die Möglichkeit eines „Gleichgewichts der Klassenkräfte“ nur unter bestimmten historischen Umständen bestehe, nämlich im Übergang zwischen zwei Produktionsformen. Bauer versuchte, diese Analyse auf Österreich in der Zeit unmittelbar nach 1918 anzuwenden, zum Teil als Rechtfertigung für die Bereitschaft der SDAP, in eine Koalition mit den Christlichsozialen einzutreten. Kelsen hinterfragt Bauers historisches Narrativ ebenso wie die marxistische Staatstheorie, auf der es beruht, und zweifelt so die Kohärenz von Bauers Analyse und die Haltbarkeit der SDAP-Strategie an. Deren Koalition ist so etwas wie eine kurzlebige Vorform der österreichischen Sozialpartnerschaft nach dem Zweiten Weltkrieg, die ihrerseits inzwischen in die Geschichte des Landes versinkt. Das Kapitel betrachtet den Disput im Detail und versucht gleichzeitig zu zeigen, wie sehr – und mmer stärker – dieser für einen Kontext relevant wird, in dem eine wachsende Unausgewogenheit der sozialen Kräfte herrscht, international sowie national, und in dem die Politik immer mehr die Polarisierung sucht und nicht den Kompromiss.
|
Citation |
Rechtsstaatlichkeit, Grundrechte und Solidarität in Österreich und in Europa, p. 1860-1873
|
ISBN |
9783708920696
|
Link | |
Publisher |
Facultas
|
Edition |
1
|
Title |
Das Ungleichgewicht der sozialen Kräfte. Über die erneute Relevanz einer Debatte zwischen Hans Kelsen und Otto Bauer (1924)
|
Type of document |
Book Chapter
|
Entity Type |
Publication
|
Name | Size | format | Description | Link |
---|